Spätherbstpartitur

Der Wind stört nicht - mit sanftem Flüstern -
Die stille Andacht der Natur,
In Moll gestimmt sind seine Geigen
Zur großen Spätherbstpartitur.


Das Solo - wehmutsvoll durchdrungen -
Ward auf der Harfe zelebriert,
Doch auch mit Cello und mit Bratsche
Hat er ein jedes Herz gerührt.


Bis just – mit frostigem Staccato -
Der Winter über Nacht zog ein,
Wenn eisig bläst er auf den Luren,
Läßt er es gerne dazu schnei’n.


Im Flockenflug – mit leisem Klingen –
So zart und fein und märchenschön,
Hält uns ein holder Zauber wieder,
Daß wir andächtig staunend stehn.


Verweilen in den Kinderträumen
Aus einer längst versunknen Zeit,
In glitzerweißen Flockenräumen
Ein Kinderlied: „Hurra, es schneit!“


Brigitte Pulley-Grein

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