| Vater unser |
Vater, wo bist Du? Hast mich vergessen und in diesem kalten Turm gelassen? Hab ich es dir einfach gemacht mich zu hassen? Der Weg vorgegeben, nur modrige Platten unter meinen Füßen, nie wird mich das Antlitz der pulsierenden Sonne begrüßen. Was hab ich getan, was hab ich gesagt? Wollte ich hier sein? Wer hat mich gefragt? - Wahrscheinlich hab ich bereits im letzten Leben versagt. Vater, siehst Du meine Verzweiflung, hörst Du mein schreien, ich verbrenn mir die Arme, ich zerschneid mein Gesicht, doch der Seele Schmerzen werden stärker - verbranntes Fleisch, das Blut, ich spür es nicht. Kein Morgentau wird sich auf meine Lieder setzen, kein wärmender Sonnenstrahl wird je mein blasses Gesicht benetzen. Was war es, was Dich trieb mich zu erschaffen, nur um mich in diesem Turm allein zu lassen? In diesem Leben werd ich nicht ernten, nur Haß und Verzweiflung kann ich säen, zerschellen werden all jene die sich mir nähern. Erfüllung verspricht dieser Körper, dies Gesicht, doch schau in die Augen, eine Seele siehst Du nicht. Der Tag wird kommen, ich werd dir begegnen, wenn auch nur kurz, bevor Feuer und Asche auf mein Haupt niederregnen. Und dann will ich eine Antwort auf all meine Fragen, als Bezahlung für die Qual die ich mußt ertragen - die Tag für Tag meine Seele zersetzen, die mich dazu bringen all die anderen zu verletzen. |
| Copyright © 2003 by Tanja Hohmann |