| Die Holde |
Das leuchtend gelbe Himmelszelt, den Blick in weiter Ferne, wie klein erscheint mir diese Welt, beim Anblick praller Sterne. Im Nachbarhaus ein helles Licht, die Holde steht im Zimmer, der Kerzenschein säumt ihr Gesicht, ach ich bekomm sie nimmer. Der Mond sich hinter Wolken stellt, so dunkel scheint die Ferne, wie kalt wirkt plötzlich diese Welt, ohne die güld’nen Sterne. Sie steht im weißen Nachtgewand, ihr Blick zur Straß’ gerichtet, so bringt sie mich um den Verstand, hat sie mich nicht gesichtet? Der Mond den Wegesrand erhellt, den Blick in weiter Ferne, wie warm wirkt plötzlich diese Welt, beim Anblick praller Sterne. Mein Herz zerbricht er kommt auch heut’, steht unter dem Balkone, ihr Gesicht wiegt sich erfreut, zu dem Gitarrentone. Der Mond in meinem Herz zerfällt, ein trüber Blick in Ferne, zerbrochen ist mir eine Welt, gefallen sind die Sterne. Sie steigt zu ihm herab geschwind, den Mund geformt zum Kusse, mein holdes, engelsgleiches Kind, bringt meiner Seel’ Verdrusse. Der Mond in meiner Brust zerschellt, das Glück in weiter Ferne, überdrüssig dieser Welt, verloren sind die Sterne. |
| Copyright © 2003 by Franco Baresi |