29 Haiku`s

Die Erinnerung
fliegt auf der Wiese dahin,
wo wir einst standen.


Spiegelglanztränen
ein japanisches Gedicht
zeigt Schatten im Licht.


Die Vögel zwitschern
Nebel verhüllt das Gesicht
April wird zur Zeit.


Kauzend im Kleide
Die Nächte aller Eulen
Der Regen belebt.


Umkreist uns der Mond
wirft das Wasser zu Wellen
verwäscht uns die Not.


Die Tiefe des Nichts
Aus Seelen gewachsene
Kraft eines Glücks.


Am Neujahrstage
klingt eine Frage zurück
verfliegt die Klage.


Der Göttinnen Tag
Weizen gebogen im Feld
im Sonnenstrahl lang.


Plüschträume ganz weich
ich bei Dir, Du bei mir
verharzt sich zur Angst.


Holztreppe zu Dir
Ich unten, Du obenauf
Kennst Du meinen Schmerz ?


Schlafend ist die Nacht
windig schwer die Seelenkraft
die in mir erwacht.


Fluß der Erfüllung
sanftfließend ein Wasserstrahl
Zeit der Wiederkehr.


"Mensa-haiku"

Einmal Marlboro
ein Brötchen mit Salami
und einen Kaffee.


Immer ganz dasein
Träume der Vergangenheit
ein Leben voll Glück.


Vollkommener Schlaf
Traum der Realitäten
Gefühl der Lehre.


Erinnerungen
Wachsein ohne zu zerbrechen
wo die Liebe war.


Unter dem Teppich
klein war die Welt von gestern
verlorener Staub.


Tapetenwechsel,
es ändern die Zeiten sich,
übrig bleibt Kleister.


John Lennon ist tot,
die Beatles sind vorüber,
der Himmel scheint rot.


Zigarettenqualm,
altmodisches Radio,
dröhnt mir die Stille.


Trennung vom Urknall,
Du sagst, Du mußt irgendwo
Freunde besuchen.


Meine Uhr wird heiß,
langsam drehe ich mich ab,
Zeitlupengläser.


Die Blume blühte
in Mittsommernachtsfrühe
im Nebel dahin.


All die Liebe ist,
ein Stern in Gold gebadet,
durch und durch erkannt.


Ich zieh` den Karren,
Gold vergangener Tage
Mitte Oktober.


Schatz meines Herzens,
Du bist seit Jahrtausenden
vollendeter Traum.


Gehe nicht ziellos
mit Taschen voll beladen
allein durch`s Leben.


Schräg gegenüber
verklären sich die Menschen
im Strahl der Sonne.


Ausdruck im Wesen,
nichts verändert meine Welt,
Eindruck von morgen.


Copyright © 2002 by Heino Basse